Was ist meti ?


Das Studium der Medizinisch-technischen Informatik (meti) in Reutlingen vermittelt die notwendigen Informatik-Grundlagen sowie das medizinische Kontextwissen, um sich im medizinischen Berufsumfeld sicher zu positionieren.

  1. Computergesteuerte Geräte unterstützen die Ärzte bei der Diagnose und Therapie. Die Informatik ist die Schlüsseltechnologie, mit der die Steuerung der Geräte sowie die Weiterverarbeitung und Präsentation der gewonnenen Informationen erreicht wird. Beispiele sind die medizinische Bildgebung und darauf aufbauende Bildverarbeitung, beispielsweise zur chirurgischen Planung, und die digitale Gerätesteuerung im Operationssaal zur Unterstützung komplexer Eingriffe.

  2. Telematik und Informationslogistik stellen sicher, dass aus der großen Fülle von Daten dem jeweiligen Leistungserbringer nur die Informationen angezeigt werden, die er tatsächlich benötigt. Krankenhausinformationssysteme führen dazu die Daten von Patienten, Befunden, Diagnosen und Therapien aus unterschiedlicher Quellen zusammen und stellen sie in kompakter Form wieder bereit. Dabei kommen jeweils aktuellste Kommunikations- und Netztechnologien zum Einsatz.

  3. Klinische Prozesse werden immer stärker formalisiert um eine gleichbleibend hohe Qualität der Behandlung zu gewährleisten. Das Verständnis klinischer Prozesse sowie deren Modellierung bildet somit einen weiteren Baustein zum optimalen Einsatz von Informationstechnologie bei der Unterstützung medizinischer Behandlungen.

  4. Neben der Datenverarbeitung bilden der Umgang mit regulatorischen Vorgaben, die Kenntnis von Ergonomie und Gebrauchstauglichkeit, sowie Datensicherheit und -schutz zentrale Themen. Der offene Umgang mit gesellschaftlich relevanten Fragestellungen wie der Bedeutung der elektronischen Patientenakte, der elektronischen Gesundheitskarte und der gläserne Patient gehören genauso in die Ausbildung wie rechtliche Rahmenbedingungen für Medizinprodukte und Anwendungssicherheit.

Wer steckt dahinter?

von links nach rechts:

PROF. DR. CRISTOBAL CURIO

Prof. Dr.-Ing. Cristóbal Curio studierte an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik an der Ruhr-Universität Bochum sowie an der Purdue University, Indiana, in den USA.

Er promovierte am Institut für Neuroinformatik in Bochum bei Prof. Werner von Seelen im Bereich des künstlichen Sehens für Fahrerassistenzsysteme. Am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik leitete Prof. Curio knapp zehn Jahre die Forschungsgruppe Cognitive Engineering. Sein Ziel ist es, künstliche und menschliche Wahrnehmungsprozesse für Assistenzsysteme optimal zusammenzuführen.

Forschungsaufenthalte führten ihn ans M.I.T., Cambridge/USA und an die ETH Zürich. Bei einem mittelständischen Innovationsdienstleister der Region leitete er Forschungsprojekte in den Bereichen autonomes Fahren und adaptive Mensch-Maschine-Schnittstellen. Er leitete diverse nationale (BMBF, DFG) und internationale (EU) Forschungsprojekte und ist wissenschaftlicher Gutachter.

An der Eberhard-Karls-Universität habilitierte er in der Informatik im Jahr 2014. Seit November 2015 vertritt Prof. Curio den neuen Lehr- & Forschungsschwerpunkt Kognitive Systeme in der Informatik der Hochschule Reutlingen.

Seine Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen maschinelle Informationsverarbeitung und maschinelles Lernen, autonomes Fahren, Modellierung von Wahrnehmungsprozessen, Emotional Analytics, Mensch-Computer-Interaktion sowie Simulation und cyber-physische Systeme.

PROF. DR. OLIVER BURGERT

Studiendekan

Prof. Dr.-Ing. Oliver Burgert promovierte 2005 an der Universität Karlsruhe (TH) im Bereich volumendatenbasierter chirurgischer Planungs- und Simulationssysteme. Von 2005-2011 war er Scientific Director am Innovation Center Computer Assisted Surgery (ICCAS) der medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. 2007 war er Mitgründer der SWAN – Scientific Workflow Analysis GmbH. Seit 2011 ist er Professor für Informatik – insbesondere medizinische Informatik an der Hochschule Reutlingen. Er ist derzeit Prodekan Lehre der Fakultät Informatik, Studiendekan für Medizinische Informatik und Sprecher der Forschungsgruppe „Computerassistierte Medizin (CaMed)“. Seine derzeitigen Forschungs- und Arbeitsgebiete sind intelligente, situationsangepasste Systeme im und außerhalb des Operationssaals sowie modulare chirurgische Diagnose-, Planungs-und Assistenzsysteme.

PROF. DR. SVEN STEDDIN

Leitung Praktikantenamt

Mikrocontrollerprogrammierung - Softwaretechnik - Regulatory Affairs

Prof. Dr. rer. hum. biol. Sven Steddin studierte Elektrotechnik mit dem Schwerpunkt Kybernetik an der TU München. Die Diplomarbeit erfolgte am Max-Planck-Institut Seewiesen zum Thema Bewegungsanalyse, die Promotion während einer 7-jährigen Tätigkeit im Forschungsbereich der Neurologische Klinik im Klinikum Großhadern und am Institut für Sensomotorik (Entwicklung unterschiedlicher elektr. Meßsysteme, u.a. zur 3-D Videookulographie, sowie Erforschung der Behandlung von Schwindelerkrankungen). 1997 erfolgte der Wechsel in die Industrie mit den Stationen zebris Medizintechnik GmbH (Bewegungsanalysesysteme), KaVo Dental GmbH (Intraoralkameras und Multimediasysteme) und Reck Medizintechnik GmbH (Bewegungstherapiesysteme). Neben der Entwicklung von Software für Mikrocontrollersysteme stand hierbei die Organisation und Dokumentation der Zulassung von Medizinprodukten im Vordergrund. 2013 erfolgte der Wechsel an die Hochschule Reutlingen.

PROF. DR. CHRISTIAN THIES

Prüfungsbeauftragter

Prof. Dr. rer. medic. Christian Thies hat sich am Institut für medizinische Informatik der RWTH Aachen mit der Entwicklung nichtlinearer low-level Methoden der Bildverarbeitung sowie der inhaltsbasierten Bildsuche für medizinische Anwendungen befasst. Promoviert wurde er dort mit einer Arbeit zur automatisierten Objektsuche in Bildmengen. Im Forschungszentrum Jülich hat er am Institut für Neurowissenschaften und Medizin Methoden zur physikalischen Simulation für die 3D-Volumenrekonstruktion in der Positronen Emissions Tomographie entwickelt. Bei der Firma ixmid GmbH hat er als Bereichsleiter für Entwicklung und Produkt die Weiterentwicklung einer klinischen Middleware für Datenmanagement sowie zur Vernetzung verteilter Informationssysteme verantwortet. Als langjähriger freier Softwareentwickler im Bereich Automatisierung und Datenauswertung verfügt er über entsprechende Praxiserfahrung in der anwendungsorientierten Softwareentwicklung in großen Projekten.

PROF. DR. MICHAEL TANGEMANN

Studium Elektrotechnik an der Universität Stuttgart. Promotion im Bereich lokale Hochgeschwindigkeitsnetze. Forschungszentrum der Alcatel SEL AG (Mobilfunksysteme, intelligente Antennensysteme, Datenübertragung im Mobilfunk, ortsbasierte Dienste). Alcatel Mobile Radio Division (Entwicklung GSM location-based Services, WiMAX Basisstation).

Alcatel-Lucent Bell Labs (Wireless Base Stations, Forschungsstrategie).

Transaktionsanalytische Praxiskompetenz, zertifizierter Projektmanager.

Redaktion: Sven Steddin