Jahresprojekt API-Economy

Wie können wir die Welt von morgen ein bisschen besser machen? Was können wir gegen die Umweltverschmutzung, den Klimawandel tun oder dass nicht mehr so viele Lebensmittel weggeschmissen werden?
Fragen, mit denen sich auch die Informatik-Studierenden an der Hochschule Reutlingen befassen. Im von Prof. Dr. Wolfgang Blochinger betreuten Jahresprojekt des Masterstudiengangs Wirtschaftsinformatik entwickelten Gianni Natalello, Ines Werner, Rebecca Schrepp und Christina Förster eine GeschÀftsidee im Rahmen der API Economy, damit weniger Lebensmittel weggeworfen werden.
Im ersten Schritt analysierten die vier Wirtschaftsinformatik-Studierenden den Lebensmittelmarkt, um aussagekrĂ€ftige Basisdaten fĂŒr ihr Projekt zu haben. Nach Recherche der Studierenden werden in Deutschland jĂ€hrlich etwa 11 Millionen Tonnen Lebensmittel entsorgt, 800.000 Tonnen davon im Lebensmittelhandel, weil sie nicht verkauft werden konnten.
Hier setzten die Studierenden mit ihrer GeschĂ€ftsidee an und entwickelten ein API (Application Programming Interface) sowie einen zugehörigen Cloud-Dienst, auf deren Basis SupermĂ€rkte einfach eigene Anwendungsprogramme entwickeln können, um Lebensmittel zu retten. Im ersten Schritt werden durch eine Software die Produkte im GeschĂ€ft analysiert, die bald das Mindesthaltbarkeitsdatum erreichen und somit schwerer zu verkaufen sind. Die von den Studierenden entwickelte API ermöglicht es nun, diese Daten an eine App des Kunden zu ĂŒbermitteln. Die Kunden können so mittels der App gezielt Produkte kaufen, deren Mindesthaltbarkeit bald ablĂ€uft.
Oft, so die weitere Ăberlegung der Studierenden, scheitert der Kauf aber auch daran, dass Kunden nicht wissen, was sie genau mit diesen Lebensmitteln kochen können. Hier setzt die zweite Idee der Studierenden an, denn die von ihnen entwickelte App zeigt nicht nur Lebensmittel an, die quasi vor dem WegschmeiĂen gerettet werden können, sondern macht auch darauf abgestimmte RezeptvorschlĂ€ge.
Als drittes errechnet die API, wie viel CO2 basierend auf dem CO2-Ăquivalent pro Kilogramm Lebensmittel anfĂ€llt. Hieraus errechnet sie dann, wie viel CO2 fĂŒr jedes vorgeschlagene Gericht anfallen. Die Kunden können so nicht nur Lebensmittel retten, sondern sich auch klimabewusst ernĂ€hren.
Mit ihrer Entwicklung, so die Ăberlegungen der Studierenden, könnten die GeschĂ€fte zum einen ihr Image verbessern, da sie nachhaltiger handeln und verkaufen. Das Retten von Lebensmitteln und der Klimaschutz sind zwei MarketingansĂ€tze, mit denen GeschĂ€fte sehr gut werben könnten. Zum anderen wĂŒrden die GeschĂ€fte Kosten sparen, da sie die Lebensmittel verkaufen können, statt sie wegzuschmeiĂen.
Als Wirtschaftsinformatiker beschĂ€ftigten sich die Studierenden natĂŒrlich auch mit der Frage, wie eine entsprechende GeschĂ€ftsidee finanziert werden kann. Dazu entwickelten die Masterstudierenden verschiedene Preismodelle. Ein kostenloses Einstiegsmodell, ein gebĂŒhrenpflichtiges Modell mit erweiterten Funktionen und ein Revenue-Sharing-Modell.
Mit ihrer GeschĂ€ftsidee, so die Studierenden, wollten sie zeigen, dass man mit den Mitteln der Informatik die Welt ein StĂŒck verbessern und dazu beitragen kann, dass eben weniger Lebensmittel weggeschmissen werden. âEs ist quasi eine Machbarkeitsstudie und vielleicht wird sie ja auch irgendwann umgesetzt.â, so die Studierenden.
Viel Lob fĂŒr die Idee und das Projekt gab es auch vom betreuenden Professor Wolfgang Blochinger. âIch freue mich immer ĂŒber die KreativitĂ€t und Ideen der Studierenden im Jahresprojekt des Masterstudiums der Wirtschaftsinformatik. Hier können und sollen die Studierenden Projekte umsetzen, die auch in der Praxis bestand hĂ€tten. Dabei ist das ganze Wissen der Studierenden aus dem Studium in Theorie und Praxis gefragt. Und wenn dann noch eine GeschĂ€ftsidee entwickelt wird, die das Zeug hĂ€tte, die Welt ein bisschen besser zu machen, ist es natĂŒrlich doppelt schön.â




